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Goldman Sachs hebt Palantir nach KI-Aufträgen im Staatssektor auf Buy

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Goldman Sachs hebt Palantir nach KI-Aufträgen im Staatssektor auf Buy Glocalist Press © glocalist.press
Goldman Sachs hebt Palantir nach KI-Aufträgen im Staatssektor auf Buy © glocalist.press

Goldman Sachs setzt Palantir Technologies auf Buy. Die Analysten sehen Rückenwind durch staatliche KI-Projekte und eine operative Trendwende beim US-Datenanalysespezialisten.

Goldman Sachs hat Palantir Technologies auf dem Radar. Die US-Investmentbank schraubt ihre Einschätzung von "Neutral" auf "Buy" und hebt das Kursziel deutlich an. Im Fokus stehen die neuen KI-Projekte im Staatssektor, die Analystin Gabriela Borges als Wachstumstreiber für Palantir ausmacht.

Im zweiten Quartal 2026 meldete Palantir einen Umsatz von 1,935 Milliarden US-Dollar. Das sind 93 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis sprang auf 912,004 Millionen US-Dollar, nach 269,317 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Die operative Marge kletterte auf 47 Prozent. Beim Ergebnis je Aktie (verwässert) stehen 0,41 US-Dollar, im Vorjahr waren es 0,13 US-Dollar. Der bereinigte Free-Cashflow lag bei 1,220 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 568,769 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Damit zieht Palantir das Tempo an. Die Aktie hinkte laut Goldman Sachs bislang anderen Wachstumswerten hinterher und wurde mit Abschlag gehandelt. Jetzt zeigen die Zahlen, dass Palantir im Markt für Datenanalyse- und KI-Software weiter Boden gutmacht.

Goldman Sachs stützt die neue Bewertung auf einen Research-Bericht vom 8. Oktober 2026. Die Analysten sehen vor allem die steigende Nachfrage nach KI-Lösungen im öffentlichen Sektor als entscheidend. Gabriela Borges betont, Palantir könne nach einer schwächeren Kursphase von der neuen Positionierung gegenüber anderen Anbietern profitieren.

Unter dem Begriff 'souveräner KI' werden in der Analyse Projekte verstanden, bei denen Staaten oder Organisationen eigene KI-Infrastrukturen und Systeme innerhalb der nationalen Jurisdiktion aufbauen oder kontrollieren, ohne vollständig von externen Anbietern abhängig zu sein.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

Der Markt verschiebt sich. Behörden und öffentliche Auftraggeber setzen verstärkt auf datenbasierte Entscheidungsunterstützung und KI-Analysen. Palantir ist hier seit Jahren aktiv, punktet mit langfristigen Projekten und Partnerschaften im Staatssektor.

Auch andere Tech-Unternehmen profitieren vom KI-Boom. Anbieter aus Datenanalyse und Cloud-Infrastruktur melden laut Marktberichten beschleunigtes Wachstum. Marvell Technology etwa legte im Rechenzentrumssegment zuletzt beim Umsatz zu.

Für Palantir bleibt die Frage, wie tragfähig die Wachstumsimpulse aus dem Staatssektor sind und ob Margen und Cashflow im härteren Wettbewerb Bestand haben. Goldman Sachs setzt darauf, dass Palantir von der Marktdynamik profitieren kann. Restlos ausgeräumt sind die Risiken damit nicht.

Die Hochstufung signalisiert gestiegenes Vertrauen in Palantirs mittelfristige Perspektiven, vor allem mit Blick auf staatliche Digitalisierungsinitiativen und Investitionen in KI-Infrastruktur. Die Geschäftszahlen zeigen eine starke operative Entwicklung. Offen bleibt, wie sich die Nachfrage im öffentlichen Sektor auf Dauer entwickelt und wie robust Palantirs Stellung gegenüber etablierten und neuen Wettbewerbern ist.

Die Bewertung hängt eng an der Umsetzung und Skalierung von KI-Projekten im Staatssektor. Für Deutschland und Europa ist das Thema relevant, weil auch hier Behörden und Institutionen sichere, skalierbare Datenanalyseplattformen nachfragen. Die Bundesnetzagentur schreibt in ihrem aktuellen Bericht zur Digitalisierung der Verwaltung vor, dass IT-Sicherheitsstandards wie DIN EN ISO/IEC 27001 für neue KI-Projekte im öffentlichen Sektor Pflicht sind. Details zu den regulatorischen Vorgaben stehen im Digitalisierungsbericht der Bundesnetzagentur.

Unternehmensbewertungen spiegeln den geschätzten Marktwert zu einem bestimmten Zeitpunkt wider. Sie basieren auf Umsatz, Gewinn, Wachstumsaussichten und Marktumfeld. Gerade bei Tech-Firmen mit starkem Wachstum schwanken Bewertungen teils erheblich, abhängig von Marktdynamik, Wettbewerb und regulatorischen Vorgaben.

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