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JP Morgan bleibt bei SAP vorsichtig trotz Umsatzwachstum im zweiten Quartal

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

JP Morgan bleibt bei SAP vorsichtig trotz Umsatzwachstum im zweiten Quartal Glocalist Press
JP Morgan bleibt bei SAP vorsichtig trotz Umsatzwachstum im zweiten Quartal

SAP meldet für das zweite Quartal 2026 ein beschleunigtes Umsatzwachstum, doch Analysten von JP Morgan sehen angesichts sinkender operativer Marge und schwächerem EBIT weiterhin Risiken für das Unternehmen

Der deutsche Softwareanbieter SAP hat im zweiten Quartal 2026 ein deutliches Umsatzwachstum erzielt. Nach Angaben des Unternehmens stieg der Umsatz nach IFRS auf 9,878 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Währungsbereinigt lag das Wachstum sogar bei zehn Prozent. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Bewertung durch die US-Investmentbank JP Morgan zurückhaltend. In einem aktuellen Research-Bericht vom 24. Juli 2026 bestätigte JP Morgan das bestehende "Neutral"-Rating für SAP und verwies auf anhaltende Unsicherheiten im operativen Geschäft.

Operative Marge unter Druck

Das Betriebsergebnis (EBIT) von SAP stieg im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 2,643 Milliarden Euro. Dennoch sank die operative Marge von 27,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nun 26,8 Prozent. Diese Entwicklung wurde von Analysten als unerwartet negativ bewertet, da ein stärkerer Margenrückgang nicht allgemein prognostiziert worden war. Das Ergebnis je Aktie (IFRS) lag bei 1,88 Euro, nach 1,44 Euro im Vorjahr. Der Free-Cash-Flow (Non-IFRS) erhöhte sich um 27 Prozent auf 3,002 Milliarden Euro. SAP betonte, dass das Wachstum trotz eines weiterhin volatilen gesamtwirtschaftlichen Umfelds erreicht wurde.

Regionale Entwicklung und Cloud-Geschäft

Im zweiten Quartal 2026 konnte SAP insbesondere in den USA wieder zulegen, nachdem die Umsätze dort in den beiden vorangegangenen Quartalen rückläufig gewesen waren. Die Region EMEA blieb jedoch der wichtigste Wachstumstreiber. Besonders hervorzuheben ist der Anstieg des sogenannten Current Cloud Backlog, also des Auftragsbestands im Cloud-Geschäft, der um 27 Prozent auf 22,929 Milliarden Euro wuchs. Analysten von JP Morgan hoben hervor, dass dieser Wert über den Markterwartungen lag. Dennoch bleibt die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Profitabilität bestehen.

Analysteneinschätzung und Marktkontext

JP Morgan sieht die jüngsten Zahlen von SAP als gemischt an: Während das Umsatzwachstum und der Cloud-Auftragsbestand positiv überraschten, bereiten das schwächere EBIT und der Margendruck Sorgen. Die Bank verweist darauf, dass die operative Entwicklung von SAP weiterhin von makroökonomischen Unsicherheiten beeinflusst wird. Im Vergleich zu anderen Technologiekonzernen, bei denen Analysten ebenfalls auf spezifische Geschäftsbereiche achten, wie etwa im Serversegment bei Intel (Analyse von Morgan Stanley zum Servergeschäft von Intel), bleibt die Bewertung von SAP differenziert. Für den weiteren Jahresverlauf bleibt offen, ob SAP die Profitabilität im Cloud-Geschäft nachhaltig steigern kann.

Der Begriff "operative Marge" bezeichnet das Verhältnis von Betriebsergebnis (EBIT) zum Umsatz eines Unternehmens. Sie gibt an, wie viel Prozent des Umsatzes nach Abzug der operativen Kosten als Gewinn vor Steuern und Zinsen verbleiben. Eine sinkende operative Marge kann auf steigende Kosten, Preisdruck oder veränderte Umsatzstrukturen hindeuten. In technologiegetriebenen Unternehmen wie SAP ist die Entwicklung der operativen Marge ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Stabilität und die Fähigkeit, Investitionen in neue Produkte oder Märkte zu finanzieren.

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