MST Mineralien Schifffahrt Spedition und Transport GmbH hat in Schnaittenbach eine Solar-Carport-Anlage eröffnet. Das Projekt setzt auf regionale Firmen, liefert Strom für E-Mobilität und spart CO2 ein. Die wichtigsten Zahlen und Fakten im Überblick.
MST Mineralien Schifffahrt Spedition und Transport GmbH hat am Standort Schnaittenbach eine neue Solar-Carport-Anlage in Betrieb genommen. Damit will das Unternehmen den CO2-Ausstoß senken und die eigene Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge mit selbst erzeugtem Strom versorgen. Die Photovoltaikanlage soll laut MST jedes Jahr 150.000 Kilowattstunden Strom liefern. Das passt zu den Vorgaben der deutschen Energiepolitik. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die Klimaziele fordern mehr Photovoltaik in Industrie und Gewerbe.
Investition und Technik
Nach Angaben von MST und Grammer Solar aus Amberg stecken rund 600.000 Euro in dem Projekt. Die Bauzeit lag bei drei Monaten. Die Anlage ist auf eine jährliche Stromproduktion von 150.000 Kilowattstunden ausgelegt. Zusammen mit einer älteren Dachanlage am Firmensitz kommt MST nach eigenen Angaben auf rund 300.000 Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht dem Stromverbrauch von etwa 66 Vier-Personen-Haushalten. Die verbauten Module erfüllen die Normen DIN EN 61215 und DIN EN 61730. Das soll für Sicherheit und Effizienz im Betrieb sorgen.
Beide Anlagen zusammen sparen laut Unternehmen 120 Tonnen CO2 pro Jahr ein. Die Zahlen stammen von den beteiligten Firmen. Eine unabhängige Prüfung gibt es bisher nicht. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes entspricht das etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß von mehr als 50 Mittelklasse-Pkw.
Regionale Partner und Wertschöpfung
MST hat für das Projekt mehrere Firmen aus der Region beauftragt. Krinner Carportbau baute die Carports, Hardy Barth kümmerte sich um die Ladeinfrastruktur. Die Erdarbeiten übernahm Hirsch. Außerdem waren Elektro-Dangl, Fetsch Landschaftsarchitekten und das Bayernwerk beteiligt. Die Photovoltaikmodule kamen von Grammer Solar. MST sieht die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen als Teil der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie. Für die IT-Sicherheit der Ladeinfrastruktur orientiert sich das Unternehmen an den Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dabei geht es vor allem um die sichere Einbindung der Ladesäulen in das Firmennetzwerk.
Die Bundesregierung fördert die Integration erneuerbarer Energien in Unternehmen gezielt, um die Klimaziele 2030 zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland zu sichern.
Die neue Carport-Anlage ergänzt die bestehende Photovoltaik auf dem Dach der Firmenzentrale. MST setzt damit auf Eigenstrom und moderne Ladepunkte für Fahrzeuge am Standort. Die Ladeinfrastruktur ist für E-Mobilität ausgelegt und kann später in Smart-Grid-Konzepte eingebunden werden, wie sie die Bundesnetzagentur für intelligente Netze empfiehlt.
Photovoltaik als Teil der Dekarbonisierung
Immer mehr Unternehmen stellen ihre Standorte auf erneuerbare Energien um. MST will mit dem Solar-Carport die eigenen Emissionen senken. Wie stark das Projekt die regionale Energiebilanz beeinflusst, hängt aber von Netzanschluss, Eigenverbrauch und Auslastung der Ladepunkte ab. Ähnliche Projekte gibt es auch in anderen Branchen, etwa bei Batteriesystemen für Lokomotiven, wie bereits berichtet wurde.
Die Angaben zu Stromproduktion und CO2-Einsparung stammen von den beteiligten Unternehmen. Eine unabhängige Überprüfung der tatsächlichen Emissionsminderung oder der Nutzung der Ladeinfrastruktur gibt es bisher nicht. Wie wichtig solche Projekte für die Transformation von Industriestandorten in Deutschland sind, hängt davon ab, ob sie sich ausweiten und in bestehende Energie- und Mobilitätskonzepte einfügen lassen. MST setzt auf regionale Wertschöpfung und Klimaschutz vor Ort. Für die Industrie bleibt die Frage, wie Einzelprojekte in größere Dekarbonisierungsstrategien passen und welche messbaren Effekte sie langfristig bringen.
Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenlicht direkt in Strom um. Wie viel Strom sie liefern, hängt von Standort, Ausrichtung und Wetter ab. In Deutschland werden solche Anlagen immer öfter für den Eigenverbrauch und für Ladeinfrastruktur genutzt. Die CO2-Einsparung ergibt sich aus dem Vergleich mit dem durchschnittlichen Emissionsfaktor des Strommixes. Für Unternehmen ist Photovoltaik ein Baustein zur Senkung der Emissionen. Sie ersetzt aber keine umfassende Energie- und Mobilitätsstrategie.