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PSI Software SE senkt Prognose für 2026 wegen schwacher Industriekonjunktur

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

PSI Software SE senkt Prognose für 2026 wegen schwacher Industriekonjunktur Glocalist Press © glocalist.press
PSI Software SE senkt Prognose für 2026 wegen schwacher Industriekonjunktur © glocalist.press

PSI Software SE revidiert die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026. Das Unternehmen rechnet mit geringerem Wachstum und verweist auf die anhaltende Unsicherheit im europäischen Industriesektor

Die PSI Software SE hat am 21. August 2026 eine Anpassung ihrer Prognose für das laufende Geschäftsjahr bekannt gegeben. Das Unternehmen erwartet nun ein Umsatzwachstum von rund 5 Prozent, nachdem zuvor ein Anstieg um etwa 10 Prozent prognostiziert worden war. Auch beim Auftragseingang rechnet der Vorstand lediglich mit einer Stabilisierung auf dem Niveau des Vorjahres, statt des ursprünglich geplanten Wachstums. Die bereinigte EBIT-Marge wird nach Unternehmensangaben voraussichtlich bei etwa 2 Prozent liegen, während zuvor 4 Prozent angestrebt wurden.

Hintergrund der Prognoseanpassung

Als Hauptgrund für die Korrektur nennt PSI die anhaltende konjunkturelle Unsicherheit in Europa, insbesondere die Schwäche im europäischen Stahlmarkt. Im Segment Process Industries & Metals verzeichnet das Unternehmen eine deutlich geringere Dynamik. Entscheidungsprozesse bei größeren Kundenprojekten dauern länger, was sich direkt auf den Auftragseingang und die Umsatzentwicklung auswirkt. Für das laufende Jahr erwartet PSI in diesem Bereich einen Rückgang der Umsatzerlöse um etwa 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie eine negative bereinigte EBIT-Marge im niedrigen einstelligen Bereich.

Auswirkungen auf weitere Geschäftsbereiche

Die Segmente Discrete Manufacturing und Logistics sind laut Unternehmensangaben ebenfalls von der angespannten wirtschaftlichen Lage betroffen. Dennoch geht das Management davon aus, dass die für 2026 gesetzten Ziele in diesen Bereichen weiterhin erreichbar sind. Die Prognose bleibt jedoch mit Unsicherheiten behaftet, da die weitere Entwicklung der europäischen Industriekonjunktur schwer vorhersehbar ist.

Marktumfeld und Einordnung

Die Anpassung der Prognose durch PSI Software SE steht im Kontext einer insgesamt schwachen industriellen Nachfrage in Europa. Auch andere Unternehmen und Branchenbeobachter berichten von einer abnehmenden Investitionsbereitschaft im Industriesektor. In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung vergleichbar mit anderen aktuellen Einschätzungen zur europäischen Wirtschaftslage, wie sie etwa im Zusammenhang mit den Erwartungen an das Smartphonegeschäft von Xiaomi von Analysten wie Morgan Stanley formuliert wurden. Ein Beispiel für die Einordnung von Markterwartungen findet sich in der Analyse zu den Q2-Zahlen von Xiaomi, die unter diesem Beitrag nachgelesen werden kann.

Die weitere Entwicklung der PSI Software SE bleibt angesichts der volatilen Rahmenbedingungen offen. Das Unternehmen betont, dass die Prognose auf den derzeit verfügbaren Informationen basiert und bei einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage erneut angepasst werden könnte.

Eine EBIT-Marge (Earnings Before Interest and Taxes) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die das operative Ergebnis eines Unternehmens im Verhältnis zum Umsatz angibt. Sie dient als Indikator für die Profitabilität des Kerngeschäfts, unabhängig von Zinsaufwendungen und Steuern. Eine bereinigte EBIT-Marge berücksichtigt dabei einmalige Sondereffekte, um die operative Entwicklung besser vergleichbar zu machen. In konjunkturell schwachen Phasen kann diese Kennzahl deutlich unter Druck geraten, insbesondere in zyklischen Branchen wie der Industrie- und Prozesssoftware.

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