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Rain erweitert Auslandszahlungen auf über 80 Länder und 50 Währungen

Nil Bed Autor für Kapitalmärkte und Banking Glocalist Press

Verfasst von Nil Bed

Rain erweitert Auslandszahlungen auf über 80 Länder und 50 Währungen Glocalist Press © glocalist.press
Rain erweitert Auslandszahlungen auf über 80 Länder und 50 Währungen © glocalist.press

Rain baut sein Netzwerk für Auslandszahlungen deutlich aus. Die Plattform unterstützt jetzt Zahlungen in 80 Ländern und 50 Währungen. Was das für Unternehmen und den Krypto-Markt bedeutet.

Rain hat sein Auszahlungsnetzwerk erweitert und ermöglicht nun internationale Krypto- und Fiat-Transaktionen in mehr als 80 Ländern und 50 Währungen. Damit reagiert die Plattform auf die steigende Nachfrage nach flexiblen und schnellen Zahlungswegen im internationalen Handel und bei digitalen Vermögenswerten. Auszahlungen gehen direkt auf lokale Bankkonten der Empfänger - ein Vorteil vor allem für Unternehmen mit globalen Lieferketten oder Freelancer-Netzwerken.

Neue Möglichkeiten für Krypto-Auszahlungen

Vor allem Unternehmen, die regelmäßig grenzüberschreitende Zahlungen abwickeln, profitieren von der Neuerung. Nutzer können jetzt in vielen Märkten direkt in der jeweiligen Landeswährung auszahlen. Technisch setzt Rain dabei auf eine eigene Onchain-Infrastruktur und arbeitet mit internationalen Zahlungsdienstleistern zusammen. Die Plattform versteht sich als Infrastruktur für Stablecoin-Zahlungen und will die Lücke zwischen Blockchain und klassischen Zahlungsnetzen schließen. Angaben zu Partnern oder regionalen Einschränkungen macht Rain bisher nicht.

Die Erweiterung umfasst sowohl klassische Fiat-Währungen als auch Stablecoins und andere digitale Vermögenswerte. Für Unternehmen, die internationale Freelancer, Lieferanten oder Partner bezahlen, ergeben sich dadurch neue Optionen. Wie schnell und zuverlässig die Auszahlungen tatsächlich sind, hängt weiterhin von lokalen Bankensystemen und regulatorischen Vorgaben ab. Laut Rain ist die Funktion bereits für ausgewählte Beta-Partner verfügbar, ein breiteres Rollout ist in den kommenden Monaten geplant. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen die Abdeckung auf 95 Länder und über 60 Währungen ausweiten.

Marktposition und Wettbewerb

Mit dem Ausbau will Rain seine Position im internationalen Zahlungsverkehr stärken. Die Plattform tritt gegen Anbieter wie Wise, Revolut oder PayPal an, die ebenfalls auf schnelle und günstige Auslandsüberweisungen setzen. Im Unterschied zu klassischen Zahlungsdienstleistern bindet Rain Krypto-Assets und Stablecoins direkt in den Auszahlungsprozess ein. CTO und Mitgründer Charles Yoo-Naut erklärt, dass ein einheitliches Stablecoin-Guthaben Partnern erlaubt, Auszahlungen in lokaler Währung vorzunehmen und Transaktionen in Echtzeit zu verfolgen. Ob das tatsächlich zu niedrigeren Kosten oder schnelleren Überweisungen führt, bleibt ohne unabhängige Vergleichsdaten offen.

Die Integration digitaler Zahlungswege in bestehende Finanzinfrastrukturen erfordert nicht nur technische Interoperabilität, sondern auch die konsequente Einhaltung von EU- und BSI-Sicherheitsstandards. Gerade bei grenzüberschreitenden Transaktionen sind die Anforderungen an Datenschutz, Geldwäscheprävention und IT-Sicherheit besonders hoch.

Grenzüberschreitende Zahlungsdienste gewinnen an Bedeutung, weil immer mehr Unternehmen international arbeiten und digitale Geschäftsmodelle auf flexible Zahlungsinfrastruktur angewiesen sind. In Europa ist das Thema besonders präsent, wie ein früherer Bericht zu neuen A2A-Zahlungsplattformen zeigt. Die regulatorischen Anforderungen unterscheiden sich jedoch je nach Land, was die Skalierung solcher Angebote erschwert. Anbieter wie Rain müssen die EU-Geldwäscherichtlinie (AMLD) und die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einhalten. Die zuständigen Behörden überprüfen dies regelmäßig.

Technische und regulatorische Hürden

Die Integration von 50 Währungen und die Abdeckung von mehr als 80 Ländern bringen erhebliche technische und rechtliche Herausforderungen mit sich. Rain muss für jede Region lokale Compliance-Vorgaben, Geldwäscheprävention und steuerliche Meldepflichten beachten. Die Plattform macht keine Angaben dazu, in welchen Ländern der Service eingeschränkt ist oder welche Währungen nur teilweise unterstützt werden. Die Bundesnetzagentur und das BSI veröffentlichen regelmäßig technische Mindestanforderungen für Zahlungsdienstleister, die auch für Krypto-Plattformen gelten. Details zu aktuellen Vorgaben finden sich im Informationsportal der Bundesnetzagentur.

Für Nutzer ist entscheidend, wie transparent Gebühren, Wechselkurse und Ausführungszeiten tatsächlich sind. Ohne unabhängige Tests oder detaillierte Offenlegung der Konditionen bleibt unklar, ob Rain im Alltag einen Vorteil gegenüber etablierten Zahlungsdienstleistern bietet. Die Ankündigung ist daher vor allem ein strategischer Schritt im Wettbewerb um internationale Geschäftskunden.

Mit der Ausweitung seines Auszahlungsnetzes zeigt Rain, dass Krypto-Plattformen zunehmend in klassische Zahlungsinfrastrukturen vordringen. Ob das zu einer nachhaltigen Veränderung im internationalen Zahlungsverkehr führt, hängt von regulatorischer Akzeptanz, technischer Zuverlässigkeit und tatsächlicher Kosteneffizienz ab. Solange unabhängige Vergleichsdaten fehlen und die Transparenz über Gebühren und Abwicklungszeiten begrenzt bleibt, bleibt der praktische Mehrwert für Unternehmen und Nutzer offen. Die Entwicklung erhöht jedoch den Druck auf etablierte Zahlungsdienste, ihre Angebote weiterzuentwickeln und auf neue Wettbewerber zu reagieren.

Stablecoins sind digitale Vermögenswerte, deren Wert an eine klassische Währung wie US-Dollar oder Euro gekoppelt ist. Sie sollen die Vorteile von Kryptowährungen - etwa schnelle und grenzüberschreitende Übertragbarkeit - mit der Wertstabilität traditioneller Währungen verbinden. Im internationalen Zahlungsverkehr werden Stablecoins zunehmend als Alternative zu klassischen Banküberweisungen getestet. Ihre Akzeptanz hängt von regulatorischen Vorgaben, technischer Integration und der Bereitschaft von Unternehmen und Banken ab, neue Zahlungswege zu nutzen.

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