UBS sieht für Alibaba im zweiten Quartal kräftigen Rückenwind durch Cloud-Wachstum und straffe Investitionspolitik. Die Bank rechnet mit deutlich höheren Gewinnen als der Markt.
Vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen rückt UBS das Cloud-Geschäft von Alibaba ins Rampenlicht. Die Analysten erwarten, dass der Konzern im zweiten Geschäftsquartal, das am 30. September 2026 endete, von kräftigem Cloud-Wachstum und besseren Margen im E-Commerce profitiert. Die Prognose setzt auf operative Fortschritte bei der Alibaba Group Holding Ltd.
Am 9. Oktober 2026 bestätigte UBS das "Buy"-Rating für Alibaba. Die Bank sieht das Cloud-Geschäft und die Margen im E-Commerce als zentrale Stützen für die Erholung des Gewinns pro Aktie. Für das Quartal rechnet UBS mit einem Umsatzplus von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITA schätzt die Bank auf 30 Milliarden Yuan, deutlich über der Markterwartung von 26,8 Milliarden Yuan.
UBS hebt die disziplinierte Steuerung der Investitionen als wichtigen Hebel für die erwartete Gewinnverbesserung hervor. Damit grenzt sich die aktuelle Einschätzung von früheren, vorsichtigeren Prognosen ab, die Unsicherheiten im chinesischen E-Commerce und regulatorische Risiken betonten.
Im Fokus steht die Cloud-Sparte. UBS sieht das Gewinnwachstum in diesem Segment als entscheidenden Faktor für die Entwicklung des Gesamtkonzerns. Auch Morgan Stanley hatte in früheren Analysen auf das Potenzial von Alibaba Cloud verwiesen.
Im vorherigen Quartal steigerte Alibaba Cloud und Compute Services den Umsatz um 45 % gegenüber dem Vorjahr auf 48,437 Milliarden Yuan; das bereinigte EBITA des Segments wuchs um 133 % auf 5,628 Milliarden Yuan, was einer Marge von rund 12 % entspricht.
Der aktuelle UBS-Bericht zeigt, dass die Cloud-Sparte nicht nur den Umsatz ankurbelt. Sie wirkt sich auch positiv auf die Margen im E-Commerce aus. Technologischer Ausbau und strikte Kostenkontrolle bilden laut UBS das Fundament für die erwartete Gewinnsteigerung. Unabhängige Schätzungen für das Septemberquartal rechnen mit einer Beschleunigung des Cloud-Umsatzwachstums auf etwa 53 Prozent im Jahresvergleich und einer EBITA-Marge von rund 14 Prozent, wie die UBS-Analyse zeigt.
Die Prognose von UBS stützt sich auf veröffentlichte Unternehmensdaten und eigene Berechnungen. Ob die tatsächlichen Quartalsergebnisse die optimistischen Erwartungen erfüllen, bleibt offen. Die Analysten verweisen darauf, dass die Markterwartung für das bereinigte EBITA bisher bei 26,8 Milliarden Yuan lag. Die neue Prognose von 30 Milliarden Yuan liegt deutlich darüber. Auch Jefferies rechnet für das Cloud- und Compute-Segment mit einem Wachstum von über 50 Prozent auf 60,5 Milliarden Yuan und einer Marge von etwa 12,3 Prozent.
Wie sich externe Faktoren wie regulatorische Eingriffe oder Veränderungen im chinesischen Konsumverhalten auswirken, bleibt abzuwarten. Die Nachhaltigkeit des Cloud-Wachstums steht unter Beobachtung. Der Wettbewerb nimmt zu, technologische Innovationen sind nötig, um die Marktposition zu halten. Analysten sehen die Richtung ähnlich, unterscheiden sich aber in der Höhe der Prognosen. Offizielle Ergebnisse für das Quartal liegen laut aktuellen Veröffentlichungen noch nicht vor.
Für europäische Märkte bleibt Alibaba ein wichtiger Gradmesser. Chinesische Technologiekonzerne zeigen, dass sie trotz regulatorischer Unsicherheiten mit gezielten Investitionen und technologischem Fokus ihre Profitabilität steigern können. Die UBS-Analyse macht deutlich, wie zentral Cloud-Infrastruktur inzwischen für große Plattformunternehmen geworden ist. Das gilt auch für europäische Anbieter von Cloud- und E-Commerce-Lösungen. Die Bundesnetzagentur hebt in aktuellen Veröffentlichungen die Bedeutung sicherer und skalierbarer Cloud-Infrastrukturen für die digitale Souveränität und Innovationskraft der deutschen Wirtschaft hervor. Details zu regulatorischen Anforderungen und technischen Standards finden sich in den Cloud-Richtlinien der Bundesnetzagentur.
Die Bewertung von Alibaba durch UBS zeigt, dass operative Exzellenz und Kostenkontrolle im internationalen Wettbewerb zählen. Für deutsche und europäische Unternehmen ergibt sich daraus die Aufgabe, eigene Cloud-Strategien und Investitionen kritisch zu prüfen, um im globalen Technologiewettlauf nicht abgehängt zu werden.
Cloud-Infrastruktur umfasst alle technischen und organisatorischen Ressourcen, die für Betrieb, Skalierung und Sicherheit von Cloud-Diensten nötig sind. Dazu gehören Rechenzentren und Netzwerke sowie Speicherlösungen und Virtualisierungstechnologien. Für Alibaba ist die Cloud-Infrastruktur ein strategischer Hebel für neue Geschäftsmodelle und mehr operative Effizienz. Die Fähigkeit, Cloud-Dienste flexibel und skalierbar bereitzustellen, entscheidet zunehmend über die Wettbewerbsfähigkeit im Plattformgeschäft.