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Deutsche Telekom stellt letzte reine Festnetzanschlüsse auf Mobilfunk um

Helga Nowotny Autorin für Wissenschaftspolitik und KI Glocalist Press

Verfasst von Helga Nowotny

Deutsche Telekom stellt letzte reine Festnetzanschlüsse auf Mobilfunk um Glocalist Press © glocalist.press
Deutsche Telekom stellt letzte reine Festnetzanschlüsse auf Mobilfunk um © glocalist.press

Die Deutsche Telekom beginnt mit der Umstellung der verbliebenen Festnetzanschlüsse auf Mobilfunk. Was das für Kundinnen und Kunden bedeutet, welche Alternativen es gibt und welche Kosten realistisch sind, bleibt umstritten

Die Deutsche Telekom hat angekündigt, die letzten verbliebenen reinen Festnetz-Telefonanschlüsse in Deutschland schrittweise auf Mobilfunktechnologie umzustellen. Neue reine Festnetzanschlüsse sind bereits seit einiger Zeit nicht mehr buchbar. Nun betrifft die Umstellung nach Unternehmensangaben rund 1,3 Millionen bestehende Anschlüsse, die bislang ausschließlich für Sprachtelefonie genutzt werden. Die Maßnahme erfolgt im Rahmen der fortschreitenden Modernisierung der Telekommunikationsinfrastruktur und betrifft insbesondere Kundinnen und Kunden, die keinen kombinierten Internet- und Telefonanschluss wünschen.

Technische Umstellung und neue Hardware

Für betroffene Nutzerinnen und Nutzer bietet die Deutsche Telekom eine sogenannte Adapterbox mit der Bezeichnung "Call Connect via Funk" an. Diese Box ermöglicht es, das bisherige Festnetztelefon weiterhin zu verwenden, indem die Sprachverbindung künftig über das Mobilfunknetz abgewickelt wird. Die Adapterbox kann entweder für eine einmalige Zahlung von knapp 100 Euro oder für rund 4 Euro monatlich gemietet werden. Die monatlichen Tarifkosten für die Nutzung des Dienstes liegen laut Telekom bei etwa 23 Euro für 120 Freiminuten oder rund 32 Euro für eine Festnetz-Flatrate. Die gewohnte Festnetznummer bleibt dabei erhalten.

Kosten und Alternativen im Marktvergleich

Vergleichsportale wie Verivox bewerten das Angebot der Telekom als vergleichsweise teuer. Mobilfunktarife mit Allnet-Flat sind bei anderen Anbietern im Vodafone- oder Telefonica-Netz bereits ab etwa 5 Euro monatlich erhältlich. Selbst im Telekom-Netz lassen sich durch den Wechsel zu einem regulären Mobilfunktarif die monatlichen Kosten deutlich senken, sofern auf die Adapterbox verzichtet wird. Wer bereit ist, auf die bisherige Festnetznummer zu verzichten, kann zudem auf günstige Mobiltelefone oder einfache Tasten-Handys zurückgreifen, die ab etwa 25 Euro erhältlich sind.

Gerätewahl und technische Anforderungen

Für Nutzerinnen und Nutzer, die weiterhin ein klassisches Tischtelefon bevorzugen, gibt es Mobilfunk-Tischtelefone, die optisch an herkömmliche Festnetzgeräte erinnern, aber mit einer SIM-Karte im Mobilfunknetz betrieben werden. Solche Geräte sind ab etwa 70 Euro verfügbar und stellen eine Alternative zur Telekom-Adapterbox dar. Bei der Auswahl eines neuen Telefons sollte darauf geachtet werden, dass es die Mobilfunkstandards 4G (LTE) oder 5G unterstützt. Geräte, die ausschließlich 2G (GSM) oder 3G (UMTS) nutzen, sind nicht mehr zukunftssicher, da 3G in Deutschland bereits abgeschaltet wurde und die Abschaltung von 2G für das Jahr 2028 angekündigt ist.

Die Umstellung der letzten reinen Festnetzanschlüsse auf Mobilfunk ist Teil eines längerfristigen Trends zur Vereinheitlichung und Modernisierung der Telekommunikationsnetze in Deutschland. Für viele Privat- und Geschäftskunden bedeutet dies eine Anpassung an neue technische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Die tatsächlichen Kosten und der Komfort hängen dabei von der gewählten Lösung und den individuellen Anforderungen ab. Unklar bleibt, wie viele Kundinnen und Kunden langfristig bei der Telekom bleiben oder zu günstigeren Alternativen wechseln werden.

Der Begriff Festnetzanschluss bezeichnet einen Telefonanschluss, der über das leitungsgebundene öffentliche Telefonnetz (PSTN) bereitgestellt wird. Im Zuge der Digitalisierung und des Netzausbaus werden klassische Festnetzanschlüsse zunehmend durch IP-basierte oder Mobilfunklösungen ersetzt. Die Umstellung auf Mobilfunk bedeutet, dass Sprachdienste nicht mehr über Kupfer- oder Glasfaserkabel, sondern über das Mobilfunknetz übertragen werden. Dies kann Auswirkungen auf Sprachqualität, Zuverlässigkeit und Zusatzdienste haben, insbesondere in Regionen mit schwankender Mobilfunkabdeckung.

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