Endeit führt die Finanzierungsrunde an. Rabot Energy will seine Plattform ausbauen und mehr Haushalte in die flexible Stromversorgung einbinden. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen bereits mehr als 200.000 Kunden.
Nach eigenen Berechnungen sparten Kunden von Rabot Energy 2025 zusammen rund 45 Millionen Euro gegenüber dem Preis ihres jeweiligen Grundversorgers. Am 14. Oktober 2026 schloss der digitale Energieversorger eine Series-B-Runde über 50 Millionen Euro ab. Das Geld soll den Ausbau der Plattform und weiteres Wachstum finanzieren. Die finanziellen Einzelheiten, darunter die Unternehmensbewertung, veröffentlichte Rabot Energy nicht. In ihrer Mitteilung zur Finanzierung beschreibt das Unternehmen die nächste Wachstumsphase. Ziel ist es, eine Million Kunden zu erreichen.
Die Runde führen der niederländische Growth-Capital-Investor Endeit und der DeepTech & Climate Fonds (DTCF) an. Zu den bestehenden Geldgebern zählen HTGF und HV Capital. Auch Bosch Ventures und vent.io waren bereits beteiligt. Zusätzlich stiegen CNI und Acurio Ventures ein. Rabot Energy betreut nach eigenen Angaben bereits mehr als 200.000 Kunden. Eine Million Kunden wären damit ungefähr eine Verfünffachung der heutigen Basis.
Speicher als flexible Stromressource
Das Geschäftsmodell verknüpft dynamische Stromtarife mit KI-gestützter Optimierung des Energieverbrauchs. Die Tarifpreise orientieren sich an der Marktentwicklung. Haushalte sollen Strom vor allem dann nutzen und speichern, wenn erneuerbare Energie reichlich verfügbar und günstig ist. Bei knapperem Angebot können die Speicher Energie zurück ins Netz geben. Gebündelt könnten Heimspeicher so als virtuelles Kraftwerk zur Flexibilität des Stromsystems beitragen.
Der Bedarf an solcher Steuerung wächst mit der Elektrifizierung von Wärme und Mobilität. Auch der Ausbau erneuerbarer Energien erhöht ihn. Flexibel nutzbare Speicher können dazu beitragen, fossile Stromerzeugung in Spitzenzeiten zu verringern. Sie könnten außerdem die Abregelung erneuerbarer Anlagen reduzieren. Wie stark Rabot Energy mit den angeschlossenen Haushaltsgeräten tatsächlich auf das Stromsystem einwirkt, ist bislang nicht beziffert.
Rabot Flow für Haushalte
Im Juni 2026 führte Rabot Energy Rabot Flow ein. Das Angebot kombiniert einen dynamischen Stromtarif mit einem Smart Meter. Hinzu kommt ein Plug-and-Play-Batteriespeicher, der an eine herkömmliche Steckdose angeschlossen werden soll. Eine eigene Photovoltaikanlage ist nach Unternehmensangaben nicht nötig. Das Angebot richtet sich damit auch an Menschen in Mietwohnungen.
Rabot Energy zufolge können durchschnittliche Haushalte mit der Lösung ihre Energiekosten um 15 Prozent senken. Die Lieferung soll innerhalb von drei Tagen erfolgen. Für die Aktivierung über die App veranschlagt das Unternehmen weniger als zwei Minuten. Die Einsparung ist eine Anbieterangabe. Rabot Energy hat dafür weder eine unabhängige Berechnungsmethode noch eine repräsentative Stichprobe vorgelegt.
Auch andere Unternehmen mobilisieren Kapital für Solar- und Speicherprojekte. Ein Beispiel ist die Maxsolar-Finanzierung. Rabot Energy konzentriert sich dagegen darauf, Speicher in Haushalten zu bündeln und in eine digitale Energieplattform einzubinden.
Wachstum und Plattformausbau
Rabot Energy berichtet, innerhalb von dreieinhalb Jahren mehr als 200.000 Kunden gewonnen zu haben. Rund 15.000 davon seien Geschäfts- und Industriekunden. Der Umsatz sei auf 200 Millionen Euro gestiegen. Aktuell versorge das Unternehmen seine Kunden mit mehr als 600 Millionen Kilowattstunden Ökostrom. Angaben zum Gewinn oder zur Berechnung des Umsatzes enthält die Mitteilung nicht.
Mit dem frischen Kapital will Rabot Energy sein Angebot für Privatkunden in Deutschland ausbauen. Auch Gewerbe- und Industriekunden sollen stärker angesprochen werden. Die technische Plattform soll zusätzliche Geräte unterstützen. Dazu zählen Heimspeicher und Wallboxen. Auch Wärmepumpen sind vorgesehen. Das Branchenmedium Tech Funding News berichtet zudem von Plänen, weitere steuerbare Geräte wie Ladepunkte und Wärmepumpen in das virtuelle Kraftwerk einzubinden.
Ein Hintergrund für dynamische Tarife ist die Verfügbarkeit intelligenter Zähler. Rabot Energy startete 2024 gemeinsam mit Octopus Energy und Tibber eine Smart Meter Initiative. Ostrom war ebenfalls beteiligt. Die Initiative sollte den Einbau solcher Zähler beschleunigen. Smart Meter erfassen den Stromverbrauch in kürzeren Zeitintervallen. Dadurch lässt er sich zeitlich wechselnden Preisen genauer zuordnen.
Endeit-Partnerin Sara Resvik begründete die Beteiligung mit dem Bedarf an Flexibilität in einem Energiesystem, das stärker auf erneuerbare Energien setzt. Zugleich verwies sie auf ein nach Einschätzung des Investors profitables Kerngeschäft. Rabot Energy könne zudem die Stromnachfrage in großem Maßstab steuern.
Schlagwörter: Klimatechnologie. Erneuerbare Energien. Wagniskapital & Investoren